Praxis Tipp: Erklärvideo selber machen

Nichts geht mehr ohne bewegte Bilder. Wer Erklärvideos in seine On- und Offline Kommunikation einbindet, erhöht Aufmerksamkeit und Verweildauer, egal ob auf der Website oder am Messestand. Aber auch für interne Kommunikationslösungen bietet ein Erklärfilm jede Menge Vorteile: Mitarbeitertrainings oder Präsentationen können so informativ und gleichzeitig unterhaltsam aufbereitet werden.

Manchmal übersteigen die Kosten für einen professionell produzierten Erklärfilm jedoch das Budget. Gerade wenn es sich nicht um ein großes Unternehmen, sondern vielleicht um einen Einzelhändler oder ein Startup handelt, das noch nicht vollständig finanziert ist. Hier leistet Google, wie so oft Abhilfe: Sucht man beispielsweise nach „Erkärvideo selbst erstellen“ finden sich diverse Softwarelösungen, die es ermöglichen selbst tätig zu werden.

Diese Anwendungen bieten in den meisten Fällen vorgefertigte Zeichnungen und Icons, die je nach Verwendungszweck ausgesucht und mittels verschiedener Effekte animiert werden können. Auch Nachzeichnungen per Digitalhand sind möglich. Selbst für die Cutout- (Papierlegetechnik) oder Whiteboard-Animation gibt es Softwarelösungen, die die Hände digital ersetzen, die ansonsten gefilmt werden. Man erkennt einen Erklärfilm, der mittels Software hergestellt wurde unter anderem daran, dass die Handhaltung unverändert bleibt und im Gegensatz zu einer abgefilmten Hand die gleiche Bewegung immer wiederholt wird.

Wenn das Budget eine professionelle Produktion nicht erlaubt, bietet die eigene Herstellung eines Erklärvideos eine kostengünstige Alternative. Es gibt dabei jedoch einige Punkte, die unbedingt beachtet werden sollten:

Wer sich so eine Aufgabe vornimmt, sollte einiges an Zeit einplanen. Aber mit ein wenig Geduld können durchaus ansehnliche Ergebnisse erzielt werden. Es gibt allerdings zwei Stolperfallen, die man im Vorfeld bedenken sollte. Zum Einen die verwendete Musik zur Untermalung: Es sollten ausschließlich Musikstücke verwendet werden, deren Nutzungsrechte entweder erworben wurden, oder deren Rechte für jedermann frei erhältlich sind. Andernfalls riskiert man kostspielige Abmahnungen des Rechteinhabers. YouTube erkennt zum Teil automatisch, wenn die Rechte eines verwendeten Musikstücks registriert sind.

Zum Anderen die Sprecherstimme: sie bestimmt die Tonalität Ihres Erklärvideos. Aber selbst wenn man als Laie über eine wunderschöne Stimme verfügt, so gibt es doch immense Unterschiede zwischen gelerntem Einsprechen von Text und zum Beispiel dem Halten von Vorträgen oder Lesungen. Von der Aufnahme-Qualität einer Amateur-Aufnahme einmal ganz abgesehen. Der Zuschauer merkt von der ersten Sekunde an, dass es sich um ein „Home-Video“ handelt. Das entspricht dann in etwa dem Gefühl, das sich beim Kinozuschauer in den Neunziger Jahren einstellte, wenn die lokale Kinowerbung eines Restaurants über den Bildschirm lief, die meistens aus einigen Fotos und einer Word-Art Schrift bestand.

Hier empfiehlt es sich unbedingt auf professionelle Sprecher zurückzugreifen. Auch hier findet man einige online, und kann anhand von Stimmproben eine geeignete Auswahl treffen. Idealerweise handelt es sich dabei um eine SprecherIn, die ein eigenes Tonstudio besitzt. In diesem Falle brauchen Sie nur noch den Text per Email zu übermitteln und erhalten die fertige Tonaufnahme.

Wichtigste Grundvoraussetzung neben allen technischen Feinheiten ist die Konzeption. Erst, wenn man genau weiß, was eigentlich erzählt werden soll und mit welchem Ziel, lohnt der Aufwand der Umsetzung und am Ende steht ein überzeugender Erklärfilm.

 

Foto: (CC BY 2.0) by Baron Filippo